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14.2.2020
Abschied und Neubeginn
Mehr Frauenpower für den Hospizverein
Im Bürgerhaus in Natrup-Hagen fand am 14. Februar die diesjährige Mitgliederversammlung des Hospizvereins Hagen statt. Mehr als 30 Mitglieder waren der Einladung gefolgt und konnten sich bei leckerem Tee und Gebäck über die neuesten Entwicklungen informieren. Zentrale Themen waren die Neuwahlen des gesamten Vorstandes und Änderungen in der Vereinssatzung.
Nicht mehr zur Wahl stellte sich der erste Vorsitzende Klaus Schlautmann-Haunhorst. Als Gründungsmitglied war er von der ersten Stunde an dabei. Er zog während der Versammlung eine positive Bilanz seiner Amtszeit und betonte, dass er sich den Entschluss, nicht mehr zu kandidieren, nicht leicht gemacht habe. Für ihn sei es an der Zeit, Verantwortung abzugeben und in den Ruhestand zu gehen. Er versprach aber, dem Verein als einfaches Mitglied weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Anwesenden dankten es ihm mit großem Applaus. Auch die zweite Vorsitzende Hilde Butz bedankte sich und sparte nicht mit anerkennenden Worten. „Du bist das Gesicht des Vereins, wir danken Dir sehr für all deine geleistete Arbeit!“ Zum Abschied überreichte sie ihm ein Ginkgobäumchen und ein großes Buch, das die Sterbe- und Trauerbegleiter*innen mit eigenen Beiträgen persönlich für ihn gestaltet hatten.
Auch Kassenwart Hans Plogmann und Schriftführer Tobias Laubrock hatten im Vorfeld angekündigt, nicht erneut zu kandidieren. Sie wurden ebenfalls mit herzlichem Dank für ihre geleistete Arbeit verabschiedet. Zur Freude der Anwesenden erklärte Hans Plogmann seine Bereitschaft, im nächsten Jahr als Kassenprüfer zu fungieren.
Das neugewählte Vorstandsteam des Hospizvereins Hagen (v.l.n.r.): |
Vor den Neuwahlen stand zunächst eine Satzungsänderung auf der Tagesordnung. Sie war erforderlich geworden, weil es künftig keine Vorsitzenden mehr geben wird, sondern ein Vorstandsteam, das intern flexibel über die Aufgabenverteilung entscheiden kann. Nachdem die Satzungsänderung von den Anwesenden einstimmig beschlossen wurde, konnten die Wahlen erfolgen. Einstimmig gewählt wurden Hilde Butz, Marie-Theres Ellers, Inge Breloh und Kathrin Schuten. Letztere wird das Amt der Kassenwartin übernehmen. Alle vier stellten sich kurz vor und schilderten dabei ihre Motivation, sich der Aufgabe zu stellen. Für ihre Bereitschaft, sich für den Hospizverein zu engagieren, erhielten sie einen kräftigen Applaus. „Bei so viel Frauenpower ist der Verein auch zukünftig gut aufgestellt“, resümierte Klaus Schlautmann-Haunhorst nach den Wahlen.
Aber auch um inhaltliche Themen ging es bei der diesjährigen Mitgliederversammlung. Die hohen Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen wurden hervorgehoben, lobend wurden auch die zahlreichen Arbeitsgruppen innerhalb des Vereins erwähnt.
Beate Haunhorst als Leiterin der Hospizgruppe gab einen Überblick über die in 2019 erfolgten Begleitungen. Sie habe mehr als 30 Erstgespräche geführt, aus denen 15 Sterbebegleitungen, 10 Trauer- sowie 11 Angehörigenbegleitungen hervorgegangen seien. Ganz neu biete der Verein jetzt auch Trauerwanderungen an. Die erste Wanderung habe bereits stattgefunden und sei von den Beteiligten als sehr positiv bewertet worden.
Zum Thema „Garten der Erinnerung“ brachte Winfried Karthaus das Bedauern der zuständigen AG zum Ausdruck, dass aufgrund des Gutachtens, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte, die beabsichtigte Planung nun nicht mehr durchführbar sei.
Zum letzten Mal in seiner Amtszeit trug Hans Plogmann seinen Kassenbericht vor. Demnach konnte der Verein das Jahr 2019 mit einem leichten Überschuss abschließen. Erfreulich ist auch der erneute Anstieg der Mitgliederzahl.
Einen Bericht des Hagener Marktboten finden Sie hier.
15.1.2020
Garten der Erinnerung: Ein schmerzlicher Abschied
Wie mehrfach berichtet, entwickelte der Hospizverein bereits vor 5 Jahren die Idee, in unmittelbarer Nähe des Waldfriedhofs einen Ort der Erinnerung, des Innehaltens und der Begegnung zu schaffen. Nach umfangreichen Vorüberlegungen und einem Ideenwettbewerb in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück sollte vor ca. einem Jahr in einer Sitzung des Friedhofsausschusses der Gemeinde Hagen a.T.W. über die Umsetzung des besten Entwurfs beraten werden. In dieser Sitzung äußerten zwei Einwohner erhebliche Bedenken aus Sicht des Naturschutzes gegen das Projekt. Um diese Bedenken prüfen zu lassen, hat die Gemeinde Hagen ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten kommt nun zu dem Schluss, dass nur ein relativ kleiner Geländeteil oberhalb der Hecke als naturschutzrechtlich unbedenklich anzusehen ist.
Angesichts dieses Ergebnisses haben Vertreter des Hospizvereins in der jüngsten Sitzung des Friedhofsausschusses am 15.1.2020 mitgeteilt, dass der Vorstand die Auffassung der Arbeitsgruppe „Garten der Erinnerung“ bestätigt hat und die verbleibende Fläche für das angedachte Projekt für viel zu klein hält, und dass er sich deshalb von dessen Realisierung verabschiedet. Die Arbeitsgruppe, die sich seit einigen Jahren um die Weiterentwicklung des Projekts gekümmert hat, und der gesamte Vorstand des Vereins bedauern diese Entwicklung ausdrücklich.
Es ist jetzt Sache der Gemeinde zu überlegen, ob die Fläche auf andere Weise einladend und ansprechend gestaltet werden kann wie etwa durch das Aufstellen von Skulpturen oder Sitzgruppen. Zu Gesprächen über solche Alternativen ist der Verein bereit.
Hier finden Sie einen Bericht der NOZ über Verlauf und Ergebnis der Sitzung des Friedhofsausschusses am 15.1.2020.
9.12.2019
Etwas Sehen – Etwas Machen
Weihnachts-Benefiz-Konzert im Hagener Restaurant FachWerk
Genauso, wie es der selbstgewählte Titel des Konzertes erwarten lässt, hat der bekannte Hagener Musiker Klaus Gausmann es gemacht: Er hat gesehen, dass die Begleitung von Sterbenden und Trauernden durch den Hagener Hospizverein eine wertvolle Arbeit ist, die Unterstützung verdient. Um dafür zu Weihnachten etwas Konkretes zu machen, sprach er seine Musiker-Kollegen an sowie die beiden Hagener Gastronomen Thorsten Niemann vom Restaurant „FachWerk“ und Carsten Dierker vom Restaurant „Zum Forellental“. In kürzester Zeit war so die Idee für ein weihnachtliches Benefizkonzert geboren: Niemann stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung, Dierker sorgte fürs Essen und Gausmann für die Musik.
Zu seiner Begleitung gewann Gausmann den „alten Pottbäcker“ Bernd Niehenke (Gitarre, Ziehharmonika und Gesang), Martin Lutze (E-Gitarre), Andreas Wellmann (Gitarre und Banjo) und Volker Gausmann (Akkordeon). Er selbst sorgte für Gesang, bediente seinen vertrauten Kontrabass, die Ukulele und verschiedene Percussion-Instrumente. Zusammen spielten die fünf Musiker neben verschiedensten bekannten Stücken aus Country, Rock, Pop und Blues auch eigene Kompositionen, vornehmlich auf Plattdeutsch. Vor allem letztere sorgten immer wieder für große Heiterkeit. Im Titel „Huusschwien“ etwa ging es um gar nicht weihnachtliche Eifersuchtsszenen, während „Getrud“ in einem heftigen Rosenkrieg ihren Mann verlässt, der sich für das größte Unschuldslamm aller Zeiten hält und absolut nicht verstehen kann, was plötzlich in sie gefahren ist. Kein Auge blieb trocken beim Song des alten Pottbäckers über einen rüstigen Rentner, der sich „tou Wiehnacht nigge Tiäne“ wünscht und darüber sinniert, bei welcher seiner zahlreichen Freundinnen er sein altes Gebiss wohl verloren haben mag und mit welcher Farbe seine neuen Beißwerkzeuge bei der Damenwelt wohl am besten ankommen könnten.
Zur weiteren Auflockerung trugen ein "Spaziergang" von Gausmann durchs Publikum bei und immer wieder auch trockene Sprüche der fünf Musiker. Kleine Kostprobe vom Pottbäcker: "Schon gut, wenn man in der Kapelle auch Musiker dabei hat!"
Einen stimmungsvollen Ausklang fand der abwechslungsreiche und unterhaltsame Konzertabend nach Verlängerung und mehreren Zugaben schließlich in einem gemeinsam gesungenen „Stille Nacht“.
Der Erlös des Abends, der dem Verein als Spende übergeben werden konnte, betrug gut 1600 €. Dafür dem Initiator, allen anderen Akteuren und nicht zuletzt den Spenderinnen und Spendern ein herzliches Danke!
Einen Bericht der NOZ über das Konzert finden Sie hier und einen Artikel über die Spendenübergabe hier. Auch der Hagener Marktbote berichtete; diesen Beitrag finden Sie hier.
21.11.2019
Nicht nur Kinder brauchen Märchen
Märchenabend im Bürgerhaus
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Foto: Max Ciolek |
Einen äußerst stimmungsreichen Abend bot der Hospizverein am Donnerstag, den 21. November, im Bürgerhaus in Natrup-Hagen.
Der Verein hatte Tanja Schreiber und Marie Pieck für einen Märchenabend engagiert. Schreiber ist eine ausgebildete Märchen- und Geschichtenerzählerin aus Hamm. Pieck stammt aus Witten und ist Harfenistin und Kirchenmusikerin.
Etwa 70 Zuhörerinnen und Zuhörer versammelten sich im Kaminzimmer des Bürgerhauses. Hier trug Tanja Schreiber in stimmungsvoller Atmosphäre mal leise flüsternd, mal mit kräftiger Stimme Erzählungen und Geschichten aus aller Welt vor. Völlig ohne Blatt und hochkonzentriert zog sie ab dem ersten Wort das Publikum so in ihren Bann, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Sie präsentierte neben Geschichten von Oscar Wilde u. a. die Ruhrgebietssage vom verunglückten Bergmann Kalle und seiner Verlobten Kaline sowie das klassische Sterntalermärchen der Gebrüder Grimm; außerdem das Märchen von den drei Himmelsschlüsseln in jedem Menschen; von dem Fremden, der nur alle 1000 Jahre mal schläft; von der Schwalbe und dem glücklichen Prinzen; die Erzählung vom irischen Sargmacher Daniel Crowly, der nach einer feucht-fröhlichen Totenwache für den Schmied des Dorfes in seiner Werkstatt mit einer großen Flasche Whisky im Arm einen wahren "Totentanz" erlebt; vom jungen Taxifahrer, der eine alte Dame auf ihrem Weg zum Hospiz noch einmal durch die Straßen ihrer Stadt fährt und anschließend bei der Ankunft an ihrem Ziel den Eindruck gewinnt, dass ein Hospiz "ein lustiges Haus" sein kann; und schließlich das Märchen von einer alten Dame, die den Tod mit einer List und einem Zauber in ihrem Apfelbaum festklebte und ihn erst nach 10 Jahren wieder herunterließ - unter der Bedingung, dass er sich bei ihr erst dann wieder blicken lässt, wenn sie ihn ruft.
Mit den sanften Klängen ihrer Harfe zauberte Marie Pieck zwischen den einzelnen Stücken angenehme Momente der Entspannung für das Publikum herbei, in denen die vorgetragenen Märchen und Geschichten wunderbar nachklingen konnten.
Am Ende des Abends bedankte sich das Publikum mit wohl verdientem und lang anhaltendem Applaus. Der Vorsitzende Klaus Schlautmann-Haunhorst und die stellvertretende Vorsitzende Hilde Butz bedankten sich ebenfalls herzlich bei dem Duo mit dem Fazit: „Nicht nur Kinder brauchen Märchen sondern auch Erwachsene, weil sie auf geheimnisvolle Art und Weise die Herzen berühren können.“
26.10.2019 Music is our first love
Benefizkonzert sorgt für Schwung in der Ehemaligen Kirche in Hagen
Rund 300 Besucherinnen und Besucher hatten sich am Samstagabend in der Ehemaligen Kirche in Hagen versammelt, um dort das diesjährige Benefizkonzert des Gesangsensembles „Seven ’n Heaven“ aus Georgsmarienhütte und der Kölner Jugend-Combo „Uschi and the Quartertones“ zugunsten unseres Hospizvereins zu erleben. Unter der professionellen Leitung von Daniel Janzing präsentierten beide Gruppen teils einzeln, teils gemeinsam eine große Vielfalt musikalischer Stücke. Janzing selbst begleitete beide Gruppen dabei virtuos am Klavier und mit der Posaune.
Die Sängerinnen und Sänger von „Seven ’n Heaven“ sorgten mit Liedern wie „Can you feel the love tonight“ und „Circle of life“ aus dem Musical "König der Löwen" für gute Stimmung im Publikum. In einer leichten Abwandlung des Stückes „Music was my first love“ von John Miles brachten sie den Titel des Konzertabends sehr harmonisch auf der Bühne zum Klingen. Die "Bohamian Rhapsody" von Queen untermalten sie mit einer ansprechenden Choreographie. Dadurch wurde ihre Interpretation dieses musikalisch sehr anspruchsvollen Stückes nicht nur zu einem Genuss für die Ohren, sondern auch für die Augen.
„Uschi and the Quartertones“, bestehend aus zehn Schülerinnen und Schülern eines Musik-Leistungskurses von Daniel Janzing, beeindruckten vor allem durch selbstkomponierte Musik. Außerdem begeisterten sie das Publikum mit gekonnten Darbietungen von Evergreens wie „Aux Champs-Élysées“ und „Dancing Queen“.
Beate Haunhorst, Klaus Schlautmann-Haunhorst und Hilde Butz vom Hospizverein bedankten sich auf der Bühne herzlich bei den Musikerinnen und Musikern für die Energie, die sie in die Vorbereitung des Konzertes gesteckt hätten. Die Leichtigkeit und Kraft, die sie an diesem Abend dem Publikum geschenkt hätten, könnten gut mitgenommen werden in die Sterbe- und Trauerbegleitungen des Vereins.
Nach großem Applaus und Standing Ovations verabschiedeten sich „Seven ’n Heaven“ und „Uschi and the Quartertones“ mit „New York, New York“ und „Flashdance“ als schwungvolle Zugabe, die nochmals zum Klatschen und Mitsingen anregete.
Beide Gruppen haben mit ihrem Engagement einen wertvollen Beitrag geleistet zur Finanzierung der Vereinsarbeit: Knapp 1700 Euro flossen aufs Spendenkonto. Dafür allen Mitwirkenden ein ganz herzliches Danke!
9.9.2019
Wie sage ich es meinen Kindern …
… dass sie kurz nach dem Tod des Vaters auch noch ihre Mutter verlieren werden? Wie kommt meine Frau nach meinem Tod zurecht? Und wo ist ein guter Ort zum Sterben? – Mit solchen und ähnlich existentiellen Fragen wird das Team der Psychosozialen Krebsberatungsstelle in Osnabrück immer wieder konfrontiert. Wie das Team mit diesen Fragen umgeht, erläuterte die langjährige Leiterin der Stelle, die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Annette Finke, bei einem Informationsabend des Hospizvereins Hagen im Pfarrheim St. Martinus sehr anschaulich und lebensnah an Hand von konkreten Beispielen aus ihrer eigenen Praxis.
„Die Diagnose Krebs stellt immer eine Überforderung dar; sowohl für die Erkrankten als auch für ihre Angehörigen“, stellte Finke fest. „Oft werden Lebensträume zerstört, und krankheitsbedingte Veränderungen in der familiären Rollenverteilung führen häufig zu Konflikten“, führte sie weiter aus. Geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit der Diagnose seien ebenfalls konfliktträchtig. Tendenziell hätten Frauen meistens ein größeres Mitteilungsbedürfnis, während Männer eher zum Rückzug neigten. Solche Unterschiede müssten im partnerschaftlichen Zusammenleben ebenso bewältigt werden wie bei bestimmten Krebsformen auch Einschränkungen in der Sexualität. Und manche Menschen müssten auf Grund ihrer Erkrankung das erste Mal in ihrem Leben lernen, Unterstützung von anderen anzunehmen.
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Der Vorsitzende des Vereins, Klaus Schlautmann-Haunhorst, im Vorgespräch mit der Referentin |
Finke erläuterte, dass es angesichts der großen individuellen Unterschiede kein einheitliches oder standardisiertes Vorgehen geben könne, wenn man den Anliegen der Ratsuchenden gerecht werden wolle. Je nach Situation biete die Stelle Einzel-, Paar- oder Familiengespräche an. Für Kinder gebe es eigene altersgerechte Angebote. In bestimmte Gesprächssituationen gehe man aber grundsätzlich mit zwei Fachkräften gleichzeitig. Zum Beispiel werde jüngeren Kinder bei einem Familiengespräch in der Beratungsstelle, in dem eine bedrohliche Diagnose mitgeteilt werde, immer Gelegenheit gegeben, sich bei offener Tür in einen Nebenraum mit Spielsachen zurückzuziehen, wohin eine der Fachkräfte das Kind dann begleite, damit es sich nicht allein fühlt.
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Die stellvertretende Vorsitzende Hilde Butz bedankte sich mit einem kleinen Präsent bei A. Finke, über das diese sich sichtlich freute. |
Eine Anmeldung in der Beratungsstelle zu einem frühen Zeitpunkt nach der Diagnose sei sehr zu empfehlen, betonte Finke. Je eher die schwierigen Fragen angesprochen würden, umso besser und früher könnten tragfähige Lösungen erarbeitet werden. Oftmals lasse sich durch entsprechende Hinweise auch der gesamte Behandlungs- und Reha-Prozess mehr durch die Betroffenen selbst steuern. Wobei in der Beratung das Steuer ganz in den Händen der Patienten liege: „Jeder hat das volle Recht, selbst zu bestimmen, worüber geredet wird und worüber auch nicht“, stellte Finke klar.
Für die rund 25 Zuhörer*innen wurde leicht erkennbar, dass Finke und ihr Team über enorm viel Erfahrung und ein sehr breites Wissen in ihrem Fachgebiet verfügen. Keine der Fragen, die sich im Umfeld einer lebensbedrohlichen Krebserkrankung stellen, ist ihnen fremd. Und vor allem: Zwischen den Zeilen wurde sehr deutlich spürbar, mit wie viel Respekt, menschlicher Wärme, Einfühlungsvermögen und Wohlwollen Finke und ihr Team den Ratsuchenden begegnen.
Weitere Informationen über die Angebote der Psychosozialen Krebsberatungsstelle finden Sie hier: https://www.krebsstiftung.de/.
22.2.2019
Mitgliederversammlung
Auf der Tagesordnung der diesjährigen Mitgliederversammlung standen neben dem üblichen Rückblick auf die Arbeit des Vereins und dem Kassenbericht die Neuwahl von zwei Vorstandsmitgliedern und ein Bericht zum Stand der Planungen für einen „Garten der Erinnerung“ neben der Kapelle am Waldfriedhof.
Kassenwart Hans Plogmann gab Auskunft über Einnahmen und Ausgaben des Vereins. Rechnungsprüfer Winfried Karthaus bescheinigte ihm eine tadellose Buchführung. Er untermalte seine Ausführungen abschließend mit dem von ihm selbst verfassten Gedicht „Die Kassenprüfung“, das für viel Heiterkeit bei allen Anwesenden sorgte.
Beate Haunhorst berichtete über die Arbeit in der Sterbe- und Trauerbegleitung. Im vergangenen Jahr wurden 25 Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt und 12 Menschen bei ihrer Trauerbewältigung begleitet.
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V.l.: Elisabeth König-Brörmann, Hilde Butz, Klaus Schlautmann-Haunhorst, Agnes Loheider, Tobias Laubrock |
Nach 7 Jahren engagierter Vorstandsarbeit als stellvertretende Vorsitzende bzw. Schriftführerin standen Elisabeth König-Brörmann und Agnes Loheider für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Der Vorstand dankte beiden für ihre tatkräftige und kreative Mitarbeit seit der Gründung des Vereins und brachte diesen Dank zum Ausdruck in Form eines Gingko-Bäumchens für die heimischen Gärten.
Neu gewählt zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Hilde Butz und zum Schriftführer Tobias Laubrock.
Als Mitglied des Arbeitskreises zum „Garten der Erinnerung“ informierte Winfried Karthaus über den aktuellen Stand der Planungen. Aufgrund starker Kritik von Naturschützern an dem Vorhaben werde von Seiten der Gemeinde ein Gutachten zu den dort lebenden Tier- und Pflanzenarten in Auftrag gegeben. Die Auswertung bliebe erst einmal abzuwarten, ehe man weitere Pläne mache könne. „Es ist noch nichts entschieden“, betonte hierzu der Vereinsvorsitzende Klaus Schlautmann-Haunhorst.
Für abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung zum Mitsingen sorgte im Laufe des Abends Michael Schönhoff an seiner Gitarre.
Hier finden Sie einen Artikel der NOZ über die Versammlung und hier einen Bericht im Hagener Marktboten.
17.2.2019
Benefizkonzert "Zum Träumen und Freuen"
Was die Saitenspringer-Band aus Georgsmarienhütte mit ihrem selbstgewählten Titel versprochen hat, hat sie bei ihrem zweiten Benefizkonzert zu Gunsten des Hagener Hospizvereins mehr als erfüllt! Sie bereitete den rund 300 Besuchern in der Ehemaligen Kirche in Hagen a.T.W. einen kurzweiligen und wirklich "traumhaften" Konzertnachmittag.
Die Band, die im Jahr 2014 hervorgegangen ist aus einer Gitarrengruppe der Ev.-luth. Kirchengemeinde Kloster Oesede, pflegt mit sechs Gitarren, einem Keyboard und mehrstimmigem Gesang eine ganz eigene, interessante Klang- und Rhythmusvielfalt. In eingängiger und gefühlvoller Weise interpretierten die sieben Musikerinnen und Musiker Songs von Rea Garvey, Rosenstolz, Eric Clapton, Elvis Presley, Bryan Adams, Ed Sheeran u. a..
Hier finden Sie einen Bericht der NOZ über das Konzert und hier weitere Informationen über die Band.
Sterbe- und Trauerkultur in Jerusalem und Hagen
Hagen, 24. Januar 2019
Vor der Einführung in seine neue Aufgabe als Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft St. Mariä Himmelfahrt in Gellenbeck und St. Martinus in Hagen a.T.W. hat Pfarrer Hermann Hülsmann sechs Monate im St. Louis French Hospital in Jerusalem mitgearbeitet. Die Geschichte dieses Hauses reicht zurück ins 19. Jahrhundert. Es war ein für die damaligen Verhältnisse modernes Allgemeinkrankenhaus mit 120 Betten, das vor allem den französischen Pilgergruppen zur Verfügung stehen sollte. Von Beginn an war es aber auch offen für die einheimische Bevölkerung, völlig unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Heute ist es ein Hospiz und Pflegeheim mit 65 Betten. Dort werden Menschen mit verschiedenen Erkrankungen oder Pflegebedarfen am Ende ihres Lebensweges versorgt. Nähere Informationen über das Haus finden Sie hier.
Im Rahmen eines Vortrages berichtete Pfarrer Hülsmann im Pfarrheim der St. Martinus-Gemeinde vor rund 80 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern über seine persönlichen Erfahrungen in dem Hospital. Er schilderte anschaulich die unterschiedlichen Umgangsweisen der christlichen, jüdischen und muslimischen Bevölkerungsgruppen mit Sterben, Tod, Bestattung und Trauer. Beeindruckend war es zu hören, mit wie viel Respekt, Toleranz und gegenseitiger Wertschätzung die Pflegekräfte im St. Louis French Hospital den Angehörigen aller drei Religionen begegnen und wie es ihnen aus dieser Haltung heraus gelingt, jeden Patienten auf seinem individuellen Weg am Ende seines Lebens liebevoll zu begleiten. - Eine echte Friedens- und Versöhnungsarbeit, die man den Vertretern der drei großen Relgionen in dieser Region zur Beilegung ihrer jahrezehntelangen Konflikte als Vorbild nur empfehlen kann!
Hier finden Sie einen Artikel der NOZ über den Vortrag.
Garten der Erinnerung in Konflikt mit Naturschutz?
Hagen, 23.1.2019
"Erinnerungsstätte kontra Naturschutz" betitelt die NOZ einen Bericht über die öffentliche Sitzung des Friedhofsausschusses der Gemeinde Hagen a.T.W. am 23.1.2019. In dieser Sitzung wurde debattiert über die Pläne des Hospizvereins und der Gemeinde für einen "Garten der Erinnerung" unterhalb der Kapelle am Waldfriedhof und die Bedenken aus Sicht des Naturschutzes, die zwei Einwohner in der Fragestunde zu Beginn der Sitzung vortrugen.
Die Idee für eine Begegnungsstätte in der Nähe des Waldfriedhofes entwickelte der Verein schon vor über zwei Jahren. Erstmals befasste sich der Friedhofsausschuss bereits im Januar 2017 damit. In der Mitgliederversammlung des Vereins im März 2017 wurden erste Ideen zur Gestaltung gesammelt. Nachfolgend wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück ein Ideenwettbewerb zur Planung des Projektes ausgerichtet. Dessen Ergebnisse wurden im Juni 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt und prämiert.
Berichte der NOZ über diesen Vorlauf finden Sie hier und hier sowie im Pressespiegel und Archiv dieser Homepage.
Den o. g. Bericht der NOZ über Verlauf und Ergebnis der jüngsten Ausschusssitzung finden Sie hier.
5. November 2018"Von wegen kalter Klumpen"
- Wenn die Trauer die Männer erwischt -
Der Verlust vertrauter Menschen und die damit verbundene Trauer sind Erfahrungen, die auch Männer machen. In ihrer Verarbeitung gehen Männer dabei oft ganz andere Wege als Frauen. Dieser Unterschied wird häufig so gedeutet, als ob Männer weniger trauern würden. Davon kann jedoch keine Rede sein! Wie Männer ihre Trauer erleben, welche Wege der Bewältigung sie suchen, welche Bedürfnisse sie dabei haben und welche Untertützung sie ggfs. brauchen, erläuterte bei einem Vortrag im Pfarrheim St. Martinus vor ca. 40 Besuchern der Trauerbegleiter Thomas Achenbach. Er ist zertifizierter Fachmann mit den Schwerpunkten Männertrauer und Trauer im Berufskontext (s. https://trauer-ist-leben.blogspot.com/).
Ein Interview der NOZ mit dem Referenten zum Thema seines Vortrages finden Sie hier und hier einen Bericht der NOZ über den Vortrag.
Informationen zum Angebot des Hospizvereins für Männer in Trauer finden Sie hier.